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6 gute Gründe warum es so wichtig ist seine persönlichen Werte zu kennen und nach diesen die Arbeitsstelle / den Arbeitgeber auszuwählen

Persönliche Werte - sie zu kennen, ist ein Karriereboost

Werte – lange Zeit galten sie nur im Privatleben erstrebenswert.

Nun rücken sie auch im breiten Unternehmensdenken nach oben. Zu Recht, denn welche Rolle Werte im Berufsalltag spielen, leben erfolgreiche Unternehmen bereits seit Langem vor und wir möchten an dieser Stelle zeigen, wie wichtig Werte für Arbeitnehmer sind.

Persönliche Werte sind Prinzipien nach denen wir leben und sie halten uns im Gleichgewicht. Dabei denken viele an moralische und ethische Grundsätze wie Ehrlichkeit und Loyalität. Doch auch Wohlstand und andere materielle Wertvorstellungen haben ihre Berechtigung.
Gerade im beruflichen Kontext ist es von enormer Wichtigkeit, in sich zu gehen und herauszufinden, was uns bewegt und wovon wir überzeugt sind, dass es richtig ist. Nur wer aus innerer Überzeugung handelt, handelt authentisch.

Sie haben keine Zeit zu lesen? Ich lese Ihnen hier die ersten 3 Gründe vor.

Grund 1: Sie verbringen sehr viel Zeit Ihres Lebens im Job

Gut ein Drittel der Zeit verbringen wir mit unserer Arbeit. Wer gerade noch dabei ist, die Karriereleiter empor zu steigen, sogar noch mehr. Stellen Sie sich vor, Sie handeln in dieser Zeit konträr zu dem was Sie antreibt und was Ihnen wichtig ist. Innen und Außen stehen hier in krassem Widerspruch. Bildlich gesprochen ist das etwa so als ob wir bei widrigen Wetterverhältnissen samt Schneesturm einen Gipfel der Alpen erklimmen wollen. Dabei werden vermehrt Stresshormone ausgeschüttet und das wiederum macht auf Dauer krank.

Deshalb ist es umso wichtiger, sich bereits vor einer Bewerbung zu fragen, was Ihre tiefsten inneren Werte und Überzeugungen sind. Anschließend ist es ratsam, Arbeitgeber ausfindig zu machen, die ähnliche – im besten Fall übereinstimmende – Werte in den Unternehmenszielen nennen. Auf den ersten Blick scheint das in Zeiten einer Arbeitslosigkeit utopisch, dennoch ist es langfristig gesehen, der bessere Weg. 
Denn: Wer weiß wohin er will, findet zunächst einen Weg wie er dorthin kommt. Es entsteht bereits bei der Bewerbung intrinsische Motivation und das ergibt eine gänzliche andere Einstellung, die sich auch im Bewerbungsschreiben selbst niederschlägt. Sie finden begeisterte Worte, warum gerade Sie die richtige Person für die offene Stelle sind, quasi von alleine und dafür haben auch Personaler ein gutes Gespür.

Grund 2: Wer nach seinen Werten lebt, wird als zuverlässig wahrgenommen

Wer über seine tiefsten inneren Werte Bescheid weiß, lebt und handelt vor allem danach. Nehmen wir an, dass Ihnen materieller Wohlstand wichtig ist. Sie agieren an dieser Stelle in kaufmännischer Funktion anders als jemand, der die Überzeugung vertritt, dass Geld lediglich ein Mittel zum Zweck ist. Gleiches gilt für Menschen, für die Umweltschutz und Nachhaltigkeit an oberster Stelle steht. In einem Unternehmen, das tonnenweise Plastikmüll produziert, werden sie über kurz oder lang frustriert sein und eher den Ausweg aus dem Job suchen als sich mit ganzer Kraft für die täglichen Aufgaben einzusetzen.

Mitarbeiter, die aus Überzeugung handeln, sind zuverlässiger. Es bedarf keinerlei großer Anstrengungen für die täglichen Aufgaben und die Folge ist höhere Produktivität. Es macht an dieser Stelle einen großen Unterschied, ob Sie morgens aufstehen und mit Freude an die Arbeit denken oder ob Sie zählen wie lange es noch bis zum Feierabend dauert. Wenn Ihre Werte mit denen des Unternehmens im Einklang sind, erzählen Sie auch außerhalb der Arbeit voller Stolz von Ihrer Tätigkeit. Es beginnt sich eine Erfüllung im Inneren einzustellen und dieser innere Funke ist durchaus im Außen zu sehen.

Grund 3: Sie übernehmen damit Verantwortung für sich selbst und Ihre Gesundheit

Wenn Sie damit beginnen, sich Gedanken um persönliche Werte und Vorstellungen zu machen, wenden Sie Zeit für sich selbst auf. Viele sind im Hamsterrad zu sehr damit beschäftigt, für andere da zu sein und es allen recht machen zu wollen. Wer dabei auf der Strecke bleibt, liegt auf der Hand.

„Sie sind der wichtigste Mensch in Ihrem Leben – behandeln Sie sich also auch so.“

Wir stehen jeden Morgen auf und entscheiden, was wir tun wollen und was nicht. Sicher ist an dieser Stelle ein gewisses Sicherheitsgefühl stets im Hinterkopf. Gerade wer Familie und Kinder zu versorgen hat, kann schlecht in den Tag hineinleben und alles Bisherige über den Haufen werfen.
Anderen die Schuld für die eigene Unzufriedenheit zuschieben zu wollen, ist allerdings genauso der falsche Weg. Es geht an dieser Stelle mehr darum, ein Bewusstsein für sich und seinen Körper zu entwickeln. Das wiederum bedeutet Verantwortung für sich selbst und in Folge auch für die Familie. Wer nämlich tagtäglich gegen seine Überzeugungen handelt und sich so in die Abwärtsspirale begibt, was im schlimmsten Fall ins Burn Out führen kann, handelt tatsächlich eher verantwortungslos. Auch gegenüber denjenigen, für die man sich verantwortlich fühlt.

Zeit für sich selbst zu finden, bedeutet Verantwortung für sich selbst und seine Gesundheit zu übernehmen.

Und hier ist das Audio von Grund 4 - 6.

Grund 4: Innen und Außen in Einklang bringen

Wenn Sie am Arbeitsplatz mit Werten agieren müssen, die den Ihren widersprechen, ist das Gehirn vordergründig damit beschäftigt das Richtige zu tun. Dieses ständige Nachdenken darüber, was Sie tun sollen anstatt eigentlich wollen, kostet jede Menge Energie und die fehlt Ihnen bei der Erledigung Ihrer Aufgaben. Wer stattdessen das ausleben kann, was er wahrhaftig vertritt, hat freie Ressourcen verfügbar. Das wiederum bedeutet, dass Sie für Ihre Arbeit weniger Zeit und Kraftaufwand benötigen. Im Ergebnis haben Sie nach Feierabend noch genügend Energie für Hobbys und die Familie. Dadurch entsteht ein Glücksgefühl und Sie sind mit Ihrem Leben zufrieden.

Befinden sich Innen und Außen im Einklang, gelangen wir in den Flow-Zustand und das wirkt sich folgendermaßen aus:

  • Sie können sich auf das Hier und Jetzt konzentrieren und Ihr Fokus liegt auf der Tätigkeit der sie gerade nachgehen.
  • Sie gehen vollkommen in der momentanen Tätigkeit auf.
  • Das Zeitgefühl kommt abhanden und Sie stellen erstaunt fest, dass Feierabend ist.
  • Ihre Arbeit entspricht Ihren Fähigkeiten und bleibt herausfordernd. Neben einer Überlastung kann nämlich auch eine Unterforderung zum Burn Out führen.
  • Sie haben zu jeder Zeit das Gefühl, dass Sie die Kontrolle haben

Wer sich ständig mit der Frage beschäftigt, ob die Tätigkeit tatsächlich richtig für einen ist, gerät schnell in die Abwärtsspirale. Ist dieser Prozess erst am Laufen, leiden zuerst Produktivität und Arbeitsleistung. Das überträgt sich zwangsläufig auf das Privatleben und es kommt auch hier zu Streit. In der Folge schleppen wir uns mit diesen Problemen zur Arbeit und es entsteht ein zusammenhängender Kreislauf. Bleiben die Leistungen im Beruf hinter den Anforderungen zurück, kommt eventuell die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes hinzu.

An dieser Stelle fehlt dann oft die Kraft, an allen Seiten aufzuräumen, denn es ist für die Psyche schlicht zu viel.

Grund 5: Als Führungskraft und Kollege treffen Sie authentische Entscheidungen 

Studien aus dem Bereich der mitfühlenden Kommunikation ergaben, dass Menschen die offen über ihre Werte sprechen, respektvoller miteinander umgehen und eher bereit sind, Kompromisse einzugehen. Gerade wenn in Teams zusammengearbeitet wird, ist das von bedeutendem Vorteil. Umso mehr, wenn neue Projekte umgesetzt werden sollen oder gar Umstrukturierungen stattfinden.

Bei Letzteren kann es sogar darüber entscheiden, ob ein Unternehmen stärker aus Krisen hervorgeht. Wer sich selbst und seine Werte kennt und danach handelt, ist authentisch und beweist das Tag für Tag gegenüber der Unternehmensleitung und den Kollegen gegenüber. Daraus entsteht Vertrauen auf der einen und Loyalität auf der anderen Seite. Stehen nun Maßnahmen bevor, die Unsicherheit in der Belegschaft hervorrufen, kann das zuvor entstandene Vertrauen und der Respekt voreinander wesentlich dazu beitragen, dass statt Angst ein neues Miteinander entsteht.

  • Führungskräfte die authentisch sind, wird vertraut. Selbst bei gravierenden Änderungen sind Kollegen bereit, mitzuziehen.
  • Führungskräfte die Krisen bewältigen, sind gefragt und festigen ihre Position.
  • Wer beweist, dass er ein Boot durch den Sturm lenken kann, dem wird auch zugetraut, dass er es mit einem Kreuzfahrtschiff bewältigt.
  • Solche Situationen stärken die Motivation eines jeden einzelnen Mitarbeiters und es gelingt, aus Leidenschaft zu begeistern und zu führen.

Grund 6: Wer seine Werte kennt, findet Sinn und Erfüllung im Beruf

Mihály Csíkszentmihályi beschäftigte sich Zeit seines Lebens mit der Erforschung des Glücks. Von ihm kennen wir auch die Flow-Theorie. Seine umfangreichen Studien begann er mit Personen, die auf ihrem Gebiet herausragende Leistungen erbrachten. Dabei fand er heraus, dass diese Menschen ihren Beruf aus einem höheren Sinn heraus nachgingen. Sie gingen in ihrer Tätigkeit auf und es war ihnen schlicht egal, was andere darüber dachten. Er bezeichnete diesen Zustand als Auflösung des Egos.

Interessant ist an diesem Aspekt, dass es den Betroffenen bei der Ausübung ihres Berufes weder um Besitz und Reichtum ging. Es stellte sich trotzdem ein. Wer erfolgreich sein will, kann das nur in denjenigen Bereichen erleben, die mit Leidenschaft ausgeübt werden. Thomas J. Peters und Nancy Austen beschäftigten sich in den 70er Jahren mit dem Phänomen Leistung aus Leidenschaft. Ähnlich wie die Glücksforschung gehen auch sie davon aus, dass wir nur Höchstleistungen erbringen können, wenn wir aus tiefster Überzeugung einer Tätigkeit nachgehen.
Die besten Beispiele für die Richtigkeit dieser Theorien finde sich im Sport: Kein Profi verbessert sich, weil er die Preisgelder im Hinterkopf hat, sondern weil sie wie Besessene an der Technik feilen. Das ist nur möglich, wenn wir Leidenschaft für eine Sache haben.

Steve Jobs, der Gründer von Apple, verfolgte bei der Entwicklung seiner Geräte auch einen höheren Zweck. Sein Anliegen war es, die Bedienung von PC und Handy für den Anwender so einfach wie möglich zu machen. Das war sein Erfolgsgeheimnis und gerade in der IT-Branche sind Entwicklungen aus demselben Grund so erfolgreich. Energie folgt quasi der Aufmerksamkeit bzw. Geld in diesem Fall der Leidenschaft.

Wer seine innersten Werte kennt und diese auch am Arbeitsplatz ausleben kann, spricht von: „Ich darf arbeiten“. Dann geht man auch nicht länger einem Job nach, sondern einem Beruf und der kommt schließlich von Berufung.

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